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Tag der unsichtbaren Behinderungen am 20. Oktober

Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist bei rund 80 Prozent der Menschen mit Behinderung die Beeinträchtigung nicht auf den ersten Blick erkennbar. Das gilt beispielsweise für Menschen mit Autismus, ADHS, ME/CFS, Diabetes, chronischen Schmerzen, psychischen Erkrankungen oder Hörbeeinträchtigungen. Für diese Personen kommt oft eine weitere Last hinzu: Da man ihnen ihre Behinderung nicht ansieht, müssen sie ihre Situation häufig erklären und stoßen dabei auf Unverständnis – zum Beispiel bei der Arbeit oder bei Behörden. Der Aktionstag am 20. Oktober macht darauf aufmerksam.
Sonnenblume (2)
Datum:
20. Okt. 2026
Von:
Verena Weiden

Die Sonnenblume als Erkennungszeichen

Als gemeinsames Zeichen wird international die „Hidden Disabilities Sunflower” verwendet. Sie wurde 2016 von Mitarbeitenden des Flughafens London-Gatwick gemeinsam mit Hilfsorganisationen entwickelt und wird meist als Schlüsselband oder Anstecker getragen. Sie soll zeigen: „Ich brauche vielleicht mehr Zeit, Verständnis oder Unterstützung.” Das Tragen ist freiwillig, niemand muss sich erklären oder etwas beweisen. In Deutschland wird die Sonnenblume allerdings leicht mit dem Logo einer politischen Partei verwechselt.

Das Symbol selbst ist international und hat mit Parteipolitik nichts zu tun.

 

Wenn Reize zur Barriere werden

Der Aktionstag lenkt den Blick auch auf Menschen, für die Lärm, Licht, Gerüche, Enge oder Erwartungsdruck zu einer großen Barriere werden. Davon betroffen sind neurodivergente Menschen, beispielsweise mit ADHS, Autismus oder dem Tourette-Syndrom, aber auch Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (Dyslexie/Legasthenie), Rechenschwäche (Dyskalkulie) oder Hochbegabung. Sie können sich von zu vielen Sinneseindrücken schnell überfordert fühlen.

Schätzungen zufolge gehören in Deutschland etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung zu den neurodivergenten Gruppen.

 

Die „Stille Stunde”: ein Angebot, das entlastet

Um Menschen im Autismusspektrum und Menschen, die unter Reizüberflutung leiden, zu entlasten, gibt es in einigen Supermärkten, Discountern, Möbelhäusern und Baumärkten die „Stille Stunde”. Dabei verzichten die Geschäfte für eine Stunde auf nicht sicherheitsrelevante Durchsagen, Hintergrundmusik und lärmintensive Tätigkeiten; auch die Geräusche an den Kassen werden reduziert. Manche Geschäfte bieten diese Stille Stunde bereits regelmäßig an.

 

Was wir alle tun können

  • Nicht vorschnell urteilen, auch wenn jemand „gesund aussieht”.
  • Rücksichtsvoller und geduldiger sein.
  • Menschen mit Behinderung ernst nehmen, nachfragen und zuhören, denn sie wissen am besten, was ihnen hilft.