Zum Inhalt springen

10 Jahre „Kurve kriegen“ in Bonn

Seit zehn Jahren arbeiten die Bonner Polizei und die Fachstelle update für Suchtprävention bei der Initiative „Kurve kriegen“ Tür an Tür zusammen – mit beeindruckendem Erfolg: 63 von 106 betreuten Kindern und Jugendlichen haben den Ausstieg aus der Kriminalität geschafft. Zum Jubiläum blicken wir auf ein Jahrzehnt gelebter Präventionsarbeit zurück.
v.l.n.R. Gregor Winand, Anjelina Rang, Irmgard Küsters, Svenja Kamphausen, Katharina Sitko
Datum:
17. Juli 2026
Von:
Verena Weiden

Wie Polizei und pädagogische Fachkräfte Jugendlichen eine neue Chance geben

Am Montag, 13. Juli 2026, feierte die Initiative „Kurve kriegen" im Polizeipräsidium Bonn ihr zehnjähriges Bestehen. Vertreterinnen und Vertreter der Initiative, der Kommunen, freier Träger der Jugendhilfe sowie zahlreiche Netzwerkpartner kamen zu einer Jubiläumsveranstaltung zusammen, um auf ein Jahrzehnt erfolgreicher Präventionsarbeit zurückzublicken.

Was ist „Kurve kriegen"?

„Kurve kriegen" ist eine kriminalpräventive Initiative des NRW-Innenministeriums, die 2011 in acht NRW-Städten startete und seither stetig ausgeweitet wurde. Heute sind 42 von 47 Kreispolizeibehörden dabei. Sie hilft straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen dabei, mit individuellen Hilfsangeboten vor einem dauerhaften Abrutschen und einer "Karriere" als Intentiv-Straftäter*innen bewahrt zu werden. Seit 2016 ist auch das Polizeipräsidium Bonn Standort der Initiative.

Möglich wird dies durch die enge Zusammenarbeit der Präventionsspezialistinnen und -spezialisten des Kriminalkommissariats mit den pädagogischen Fachkräften von update, der Fachstelle für Suchtprävention von Caritas und Diakonie. Den pädagogischen Fachkräften steht ein umfangreicher „Baukasten" an Maßnahmen zur Verfügung – darunter Kompetenztrainings, Lernhilfen, Sprach- und Sportkurse, freizeitpädagogische Angebote sowie Suchtberatungen.

Grußworte zum Jubiläum

Zum zehnjährigen Bestehen würdigten NRW-Innenminister Herbert Reul, Bonns Bürgermeisterin Dr. Ursula Sautter und der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Sebastian Schuster, die Arbeit der Initiative in ihren Grußworten.

Innenminister Herbert Reul betonte: „Kurve kriegen ist ein absolutes Erfolgsmodell. Es steht für frühe Intervention, Veränderung und Einsicht. […] Durch Kurve kriegen kommen Kinder und Jugendliche wieder auf den richtigen Weg und finden Anschluss, der ihnen sonst gefehlt hätte."

Auch Bonns Polizeipräsident Frank Hoever zog eine positive Bilanz: „Die polizeilichen Präventionsspezialistinnen und -spezialisten haben zusammen mit den pädagogischen Fachkräften 106 Kinder und Jugendliche aus Bonn und der Region betreut. Von ihnen haben 63 das Programm erfolgreich absolviert […]. 19 Kinder und Jugendliche nehmen aktuell an der Initiative teil […]. Jeder junge Mensch, der durch ‚Kurve kriegen' einen anderen Weg einschlägt, ist ein Gewinn – für sich selbst, für seine Familie und für unsere gesamte Gesellschaft."

Enge Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Eine Besonderheit des Bonner Standorts: Den pädagogischen Fachkräften von update steht ein eigener Büroraum im Polizeipräsidium zur Verfügung – sie arbeiten buchstäblich Tür an Tür mit der Polizei zusammen.

Caritasdirektor Jean-Pierre Schneider erläuterte dazu: „Die kurzen Wege zwischen Polizei und den pädagogischen Fachkräften von update sind ein entscheidender Erfolgsfaktor. Hier wird interdisziplinär und in engster Zusammenarbeit der jeweils beste Weg für die Kinder, Jugendlichen und auch deren Familien aus der schwierigen Lage heraus erarbeitet." Die Fachkräfte stünden dauerhaft im engen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen und koordinierten die Zusammenarbeit mit Ämtern, Schulen und weiteren Hilfen. Sein Fazit: „Kurve kriegen zeigt: Präventionsarbeit und vernetztes Engagement lohnen sich!"

Weitere Informationen zur Initiative „Kurve kriegen" NRW: www.kurvekriegen.nrw.de