„TopfGespräche“ bringen Menschen zusammen

Die Idee dazu hatte die youngcaritas-Referentin Marie Wurscher. Immer wieder einmal melden sich bei ihr Menschen, die aus anderen Ländern nach Bonn gekommen sind und Anschluss suchen. Viele möchten sich ehrenamtlich einbringen, Kontakte knüpfen und zugleich ihre Deutschkenntnisse verbessern. Doch nicht alle fühlen sich sprachlich schon sicher genug für ein klassisches Ehrenamt. „Mir war schnell klar, dass es ein offenes Begegnungsformat braucht“, erzählt Wurscher. „Und irgendwann entstand die Idee: gemeinsam kochen, gemeinsam essen – das verbindet.“
Begegnung, Austausch, Gesellschaft
Mit diesem Gedanken wandte sich die youngcaritas-Referentin zunächst an ihre Kollegin Monika Lorenz, die im Bonner Caritasverband für die Gemeindecaritas zuständig ist. Für sie kam der Vorschlag genau zum richtigen Zeitpunkt: „Ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Frage, wie Engagement offener und vielfältiger werden kann“, sagt sie.
Gutes Essen, glückliche Gesichter
Der dritte Kopf hinter den TopfGesprächen ist René Röwekamp, Fachanleiter im Teilhabezentrum LebensRAUM für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. Das große gesellschaftliche Thema „Einsamkeit“ beschäftigt auch ihn in seiner Arbeit. Mit dem Projekt „Gemeinsam gegen Einsamkeit“ ist er in diesem Jahr an den Start gegangen. Auch hier haben die Angebote das Ziel, Menschen zusammenzubringen, die sich Begegnungen, Austausch und Aktivitäten mit anderen wünschen. „Die TopfGespräche passen perfekt zu dem Ansatz“, freut sich Röwekamp. Hinzu kommt, dass der gelernte Koch großen Spaß daran hat, das gemeinsame Kochen in der Küche des LebensRAUMs zu organisieren.
Der erste „Topfabend“ zeigte bereits, wie gut das Konzept funktioniert: 15 Teilnehmer*innen saßen am Ende gemeinsam an der langen Tafel. „Hier kommen wirklich Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und Lebensentwürfen zusammen“, stellt Lorenz fest. Und die Lebensgeschichten hätten auch kaum vielfältiger sein können: Gäste und Ehrenamtliche von 20 bis 70 Jahre aus Subsahara-Afrika, Syrien oder der Türkei kochten und aßen gemeinsam; Klient*innen aus dem Sozialpsychiatrischen Zentrum waren ebenso zu Gast wie Pflegeschülerinnen aus den Alten- und Pflegeheimen der Bonner Caritas.
„Es ist faszinierend, Lebenswege kennenzulernen, die so anders sind als die eigenen“, sagt Röwekamp. „Und wenn am Ende alle gemeinsam am Tisch sitzen, entsteht eine besondere Wärme.“ Seine beiden Mitstreiterinnen teilen seine Begeisterung. Monika Lorenz resümiert: „In all die glücklichen Gesichter zu schauen am Ende – das hat mich sehr berührt.“